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Schützen:
Bürgermilitär - Landwehr - Landsturm - Zimmerstutzen Schützen
Gesellschaft - königlich priviligierte Feuerschützengesellschaft Moosburg
Stadtpfarr-Kooperator Michael
Braun berichtet 1902 in seiner Geschichte der Stadt Moosburg zum
Thema Bürgerwehr: "Nach dem 30jährigen Kriege blieb
zwar die Militärische Organisation der Bürgerschaft bestehen, doch
hatte sie mehr den inneren Dienst zum Zwecke, hauptsächlich, um den
vielen Diebs- und Räuberbanden wirksam entgegentreten zu können. Doch
auf die Übung in den Waffen und namentlich auf die Fertigkeit im
Schießen wurde immer strenge geachtet. So erschien 1661 ein
Generalmandat, wonach in allen Städten und Märkten
Schützengesellschaften zum 'Spiel- und Scheibenschießen' eingeführt
werden mußten. 1723 kam wieder ein kurfürstlicher Befehl, daß die
jungen Leute zum sogen. 'Hosenschießen' angehalten werden müßten. Der
beste Schütze erhielt eine lederne Hose als Preis. (Anmerkung:
Hosenschießen siehe Moosburger Schützenordnung von 1514)
Wer sich dem Schießen entziehen wollte, mußte 1 fl. für jeden Tag
bezahlen, welches Geld dann zum Unterhalt der Schießstätte verwendet
wurde. Jedenfalls wurde die alte Schießstätte in Moosburg fleißiger
benutzt als in der Gegenwart. (Anmerkung:
Gegenwart = 1902, heute gibt es die Schießstätte nicht mehr, in meiner
Kindheit wurde noch das Feuerwerk zur Herbstschau hier veranstaltet,
siehe auch Stadtplan von 1812)
Die Bürgerschaft selbst war als Landwehr organisiert und
bestand aus Infanterie und Kavallerie. Bei verschiedenen Anläßen
treffen wir die Moosburger Reiterei, so bei der feierlichen Einweihung
der neuerbauten Wieskirche
in Freising 1748. Anderseits wurde die Bürgergarde zu Streifzügen
gegen die im Lande herumziehenden Banden verwendet; der Dienst brachte
oft große Opfer für die Beteiligten mit sich, indem sie ihrem Gewerbe
oft Wochen lang entzogen waren. In den Kriegsjahren 1742-45 war die
Landwehr fast beständig unter den Waffen. Der erste Bürgermeister war
in der Regel auch der Kommandant. Von einer einheitlichen Uniform war
natürlich keine Rede. Die Stärke betrug gegen 60 bis 70 Mann.
Im Jahre 1807 wurde wie überall, so auch hier das Bürgermilitär neu
organisiert. Es wurden 2 Füsilier - Kompagnien errichtet mit je 75
Mann; an der Spitze jeder Kompagnie stand der Bürgerhauptmann und zwei
Leutnants. Die Mannschaft wurde nun gleichmäßig uniformiert. Neben
diesen Kompagnien wurde auch eine kleine Abteilung Kavallerie errichtet.
Im Jahre 1814 erhielt die Bürgerwehr eine eigene Fahne, geschmückt mit
dem Wappen der Stadt und dem Namenszuge des Königs Max I.
(Anmerkung: Maximilian I. Joseph, Bayer. König von
1806-1825, siehe Das
Königreich Bayern von 1806 bis 1918)
Die Fahne wurde in der Kirche feierlich geweiht. Zu ernsten Fällen kam die hiesige Bürgergarde im letzten Jahrhundert (Anmerkung: 1800 bis 1900) nie
in Verwendung; dagegen spielte die Parade eine große Rolle, an
Königstagen, bei Fronleichnamsprozessionen,wo die Landwehr bei jedem
Evangelium eine Salve abgab, dann bei Festlichkeiten in der Umgebung. (Enthüllung der Denkmäler zu Gammelsdorf und Wartenberg.) Wie
überall, so verfiel auch hier Zucht und Disziplin. Bei einem ernsten
Vorfalle hätte wahrscheinlich die Garde ihren Zweck kaum erfüllt.
Nach dem Kriege von 1866 wurde die Bürgerwehr aufgelöst als ein
überflüssiges Stück aus der 'guten alten Zeit'."
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